Als Straubing aus der Augsburger Grundherrschaft freigekauft wurde

Zum Auftakt der Vortragsreihe, die der Historische Verein anlässlich des Stadtjubiläums 800 Jahre Gründung Neustadt Straubing 2018/19 zu Themen der lokalen, wie regionalen Kultur- und Kunstgeschichte ausrichtet, referiert am Dienstag 15. Mai um 19.30 Uhr im Saal der Sparkasse Prof. em. Dr. Hans-Jürgen Becker, von der Universität Regensburg, zum Thema: „Die Ablösung der Rechte des Augsburger Domkapitels in Straubing 1536. Freigekauft aus der Augsburger Grundherrschaft“.

Die Geschichte der Stadt Straubing war in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung stark geprägt durch die Abhängigkeit ihrer Bürger vom Augsburger Domkapitel. Grund und Boden, auf dem Herzog Ludwig der Kelheimer 1218 die Neustadt Straubing gründete, gehörten den Augsburger Domherren. Neben der Grundherrschaft des Kapitels bestand auch noch die landesherrliche Gewalt des Herzogs, der gleichfalls seine Rechte in der neugegründeten Stadt geltend machte. So konnten Konflikte nicht ausbleiben, wenn ein selbstbewusstes Bürgertum nach Selbstbestimmung und Autonomie strebte.

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Gleichwohl die Rechte des Domkapitels in langen Streitigkeiten eingeschränkt werden konnten, endeten die Zwistigkeiten mit dem ungeliebten Kirchenregiment erst, als Herzog Ludwig X. dem Domkapitel ihre verbliebenen Rechte 1535 abkaufte und sie dann 1536 gewinnträchtig an die Stadt Straubing weitergab. Die Augsburger Herrschaft verzichtete ausdrücklich auf „alle geistlichen Lehenschaften, Obrigkeiten“ etc. in der Stadt wie im Viztumamt Straubing. 1536 wird Straubing zur herzoglichen Stadt und nimmt eine moderne Entwicklung.

So gilt das Jahr 1536 in Straubings Geschichte und Wirtschaft als die „Wende vom Mittelalter zur Neuzeit“. Straubing ist damit zur herzoglichen Stadt geworden, die weiter bemüht blieb, ihre Autonomie und Entwicklung auszubauen. Nachdem schließlich nach weiteren erstrittenen Rechten 1629 zusammen mit Herzog Maximilian auch die städtische Jurisdiktionshoheit in den Grenzen des Burgfriedens festgelegt worden war, hatte die Stadt den Status einer mit vollen Rechten ausgestatteten kurfürstlichen Stadt erreicht.

Bei freiem Eintritt sind Vereinsmitglieder und Interessierte eingeladen.

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